Das ist ja kaum zu glauben! Obwohl... es ist schon zu glauben. Denn...
Weil seine Eltern so schrecklich jung geblieben sind, kann er sich nicht von ihnen abgrenzen, denkt er,...
Das denkt er nicht nur, das ist ja irgendwie auch so. Wie sollen sie denn rebellieren? Die Haare bunt färben? Nee, so rennt Mutti seit Jahren durch die Gegend. Tattoos, Piercings? Geht auch nicht, weil beide Eltern komplett zerstochen und bunt angemalt sind. Kleidung? Auch Fehlanzeige. Mutti, 43, rennt bauchfrei sogar ins Büro. Und Vati hat zwar einen Anzug, trägt den aber nur auf Beerdigungen. Musik wäre noch was. Aber eigentlich geht das auch nicht, weil alles schonmal da war und Mutti und Vati ja auch nicht Beethoven und Bach, sondern Nirvana und Stones hören. Zum Stones-Konzert geht man dann gemeinsam, weil der Bub die Karten von den Eltern zum Geburtstag bekommen hat.
Man mag der (offenbar in Köln) befragten Jugend wünschen, dass sie den Werbemenschen nur elternkompatiblen Unsinn erzählt hat, um weiterhin in Ruhe ein aufregendes Leben zu führen. Jan Müller aber hilft das auch nichts mehr. Der wohnt jetzt in einem Kinderzimmer, das in den 80er Jahren einem Zwölfjährigen gefallen hätte.
Irgendwie erschreckend, oder?


